Reisebericht Kanalkreuzfahrt im Elsass

Zuerst war ich sehr kritisch, als ich von der Idee erfuhr. Aber es war ja keine Idee, sondern eine für mich zunächst bisher nicht beachtete Art des Reisens. Mit einem Hotelschiff auf kleinen Flüssen, Kanälen und Wasserwegen eine Woche in Frankreich, Holland, Deutschland oder Schottland unterwegs sein. Keine Flusskreuzfahrt auf der Donau oder auf dem Rhein, wie ich zunächst vermutet hatte. Ich sah mich schon in einem dieser häßlichen und lang gestreckten Schiffe mit Speckmarmorböden und Stoffblumendekoration, wie man sie von den Glitzerprospekten kennt.

Es war ganz anders. Die Hotelschiffe sind ehemalige Lastkähne, die von erfahrenen Schiffsbauern zu bequemen und komfortablen Wasserdomizilen umgebaut wurden! Sie sind mit vier bis acht Kabinen recht klein im Vergleich zu den oben erwähnten Flusskreuzfahrtschiffen. Kann ich das überhaupt aushalten auf so einem kleinen Schiff? So ganz ohne „Action“, ohne die tägliche Betriebsamkeit, die mir so vertraut ist? Schliesslich siegte meine Neugierde über die Bedenken und habe ich mich darauf eingelassen. Eine Woche waren wir im September 2017 auf dem Schiff PANACHE auf dem Marne-Rhein-Kanal in Lothringen und im Elsass unterwegs. 

auf dem Marne Rhein Kanal
Unterwegs mit der Panache

Alle Gäste wurden an einem zentralen Treffpunkt in Strassburg vom Kapitän begrüßt und mit einem Mercedes Minibus zum Liegeplatz gebracht. Der Treffpunkt war ein sehr schönes Hotel im Herzen von Strassburg, in dem wir im Anschluss an unsere Kreuzfahrtwoche noch eine Nacht geblieben sind. Das hat einen besonderen Grund, auf den ich später zurück kommen werde. Als wir im Bus saßen, befanden wir uns in illustrer Gesellschaft einiger Amerikaner. Es stellte sich heraus, dass manche von Ihnen ein paar Tage vorher im Hotel waren, um die charmante Stadt Strassburg kennen zu lernen. Während der einstündigen Fahrt von Strassburg zum Liegeplatz unseres Schiffes gab es reichlich Gesprächsstoff, denn man hat sich untereinander bekannt gemacht, was bei drei Paaren und einem Single sehr unterhaltsam sein kann. Am Liegeplatz angekommen, wurden wir bei Champagner und Canapés von der Crew sehr herzlich empfangen. Florian, der Kapitän, stellte uns seine Crew vor: den Schiffsführer, den Matrosen, den Koch und zwei Hostessen, die für den Zimmer-/Kabinenservice und für das Servieren der Mahlzeiten etc. zuständig waren. Und der freundliche Service ging gleich weiter: die Koffer wurden von uns unbemerkt in die geräumigen Kabinen gebracht und eine Hostess machte uns dann in der Kabine mit den technischen Dingen, wie Klimaanlage, TV, Safe etc., vertraut. So waren wir dann bis zum Abendessen damit beschäftigt, die Koffer auszupacken, zu duschen und uns für das erste Dinner herzurichten.

Mittagessen an Deck
malerische Landschaft

Am nächsten Tag ging es dann los, von Niederwiller in Richtung Strassbourg. Über 45 Schleusen und eine Schiffshebeanlage standen uns bevor. Weniger uns, als Judith, der Matrosin. Es hat uns alle erstaunt, wie sie mit einer souveränen Gelassenheit, gepaart mit ihrer Erfahrung und im Vertrauen auf das Können des Schiffsführers die Anlegemanöver an jeder Schleuse mit Bravour und ohne jeden Zwischenfall während der ganzen Woche erledigt hat. Der Schiffsdiesel tuckerte mit seinem vertrauenswürdigen, tiefen, sonorem Ton und schob den Kahn durch den Kanal.

Besonders angenehm waren die Spaziergänge von Schleuse zu Schleuse entlang des Kanals und die Fahrradtouren. Mal sind wir auf dem asphaltierten Begleitweg einige Schleusen vorausgefahren und haben dann auf die anderen gewartet. Mal haben wir uns von Florian eine vorab ausgearbeitete Fahrradroute geben lassen, die uns durch die kleinen Dörfer entlang des Kanals geführt hat. Wir haben uns die Zeit für einen Kaffe genommen oder ein Glas Wein. Zur verabredeten Zeit waren wir ohne Mühe wieder zurück am Schiff und haben uns auf das Mittag- bzw. Abendessen gefreut.

Auf die einzelnen Stationen und Sehenswürdigkeiten, die wir erleben konnten, möchte ich nicht eingehen; das umfangreiche Programm finden Sie HIER.

aktiv sein
die Natur geniessen

Es ist mit wichtiger, einige Dinge zu beleuchten, die man nicht ins Programm schreiben kann, weil sie einzigartig sind: Anfänglich habe ich über meine Bedenken geschrieben, ob denn so eine Woche überhaupt attraktiv/interessant sein kann. Bereits am ersten Tag wurde ich eines Besseren belehrt und das führte sich täglich fort. Die besonderen Plätze, Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele waren sehr sorgfältig ausgewählt. Ausserdem erwies sich Florian als äusserst sachkundiger Reiseleiter, der auch auf hartnäckige Fragen wissbegieriger Teilnehmer immer eine fundierte Antwort hatte. Wenn nicht er, dann die Personen in den Museen oder Kirchen oder anderswo, die für uns die Führung und Präsentation durchgeführt haben.

Speziell angesprochen haben mich drei Stellen:

  • eine kleine, privat betriebene Glasbläserei, die sehr schöne und filigrane Kunstwerke präsentierten
  • die Domaine Pfister in Dahlenheim – ein Familien-Weingut im Elsass
  • das Museum LALIQUE.

Die schier überwältigende Auswahl unterschiedlichster Exponate des Künstlers war sehr beeindruckend zusammengefasst und und wurde von der sehr charmanten Führerin in einer so liebevollen wie geduldigen Art präsentiert, dass für mich der Begriff PASSION eine neue Bedeutung gewonnen hat.

Diese Passion habe ich bei den Glasbläsern erlebt, im Lalique Museum und während des Besuches des Weingutes Domaine Pfister, das in der 8. Generation im Familienbesitz ist. Melanie Pfister führt das Weingut gemeinsam mit ihren Eltern. Nach ihrem Oenoligiestudium hat sie in den besten Weingütern Frankreichs und Kaliforniens gearbeitet und ihre Kenntnisse verfeinert. Wir haben das Vergnügen, diese Passion mit jedem Schluck der köstlichen Weine zu geniessen. Besonders hervorheben möchte ich den Muscat. Obwohl – das ist nicht gerecht den anderen Weinen, z.B. dem Riesling und dem Pinot Gris gegenüber, die mit der gleichen Passion produziert werden. Nicht zu vergessen der CREMONT, der fast alle Champagner in den Schatten stellt! Über jede einzelne dieser Stellen könnte ich Ihnen viel mehr schreiben, weil sie mich so sehr berührt haben. Ich habe mir die Frage gestellt, warum diese Erlebnisse bei mir einen so nachhaltigen Eindruck hinterlassen haben. Ich bin mir sicher, dass es an der Langsamkeit gelegen hat. Daran, dass ich diese Eindrücke erleben und aufsaugen konnte, ohne gleich mit etwas Neuem konfrontiert zu werden. So, wie im Kino den Abspann bewußt zu verfolgen statt mit der letzten Sequenz eines Fernsehfilms sofort in den nächsten Film gehetzt zu werden.

Diese Sensibilisierung ging bei mir noch tiefer: mir ist bewußt geworden, wie lange ich schon nicht mehr den Gesang einer Feldlerche gehört habe, wie lange ich schon nicht mehr wild wachsenden Hopfen gerochen habe, wann ich zuletzt eine Orchidee auf einer Moorwiese gesehen habe, wie lange ich schon nicht mehr dem Treiben und Formenspiel der Wolken zugeschaut habe. Wie wertvoll im Detail und welch ein Gewinn für mich. Das ist unbezahlbar. . .

Bon appetit
Käse und Wein zum Abschluss

Den Grund für unsere Verlängerungsnacht im Anschluß an die Tour bin ich Ihnen noch schuldig: zum einen war es der Reiz der wunderschönen Stadt Strassbourg, die zu den schönsten Städten Europas zählt und dann sind wir wieder nach Dahlenheim gefahren, um in der Domaine Pfister Wein und Cremont für zuhause einzukaufen.

Was wird Ihnen wichtig sein? Was wird Sie so beeindrucken während einer Fahrt auf einem Kanal/Waterway in Frankreich, in Holland, in Irland oder Schottland? Finden Sie es heraus. Es gibt viele Gründe, eine solche Tour zu buchen. Entweder Sie nehmen zu zweit eine Kabine auf der für Sie passenden Tour oder Sie chartern das komplette Schiff für Ihre Familienfeier, einen runden Geburtstag oder für einen Firmenevent.

Ich freue mich auf Ihre Kontaktaufnahme und ich berate Sie gern. Mit PASSION!

die Altstadt
in Strassbourg
Straßenszene

 

 

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